Was ist Neutralität überhaupt im Liechtensteiner Kontext? Gilt sie heute tatsächlich als Schutz der Unabhängigkeit – oder ist sie eine Ausrede für politische Zurückhaltung und Opportunismus? Ist die Neutralität mehr als ein historisch gewachsener Mythos in Anlehnung an die Schweiz?
Aktuelle geopolitische Spannungen und bewaffnete Konflikte erschüttern die regelbasierte internationale Ordnung und bewegen auch die Menschen in Liechtenstein. Was bedeutet diese Entwicklung für das Land und für Europa? Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg setzt sich auch die Wirtschaft wieder intensiv mit der Neutralitätsfrage auseinander: Ein Industriebetrieb prüft, Waffen zur Verteidigung zu produzieren. Viele Unternehmen aus Liechtenstein treiben trotz dem Krieg Handel mit Russland. Kann oder soll die Industrie überhaupt neutral sein? Insbesondere junge Politiker:innen haben sich in der Vergangenheit für klare Positionen ausgesprochen: Wenn Staatspräsidenten das Völkerrecht verletzen, müsse Liechtenstein dies deutlich kritisieren und Stellung gegen Kriegstreiber und Machtpolitiker beziehen. Doch welche Folgen haben solche Positionierungen für die Wirtschaft und die Aussenpolitik? Ist vorsichtiges Abwarten manchmal die bessere Strategie – oder muss moralisches Handeln über wirtschaftlichen Interessen und möglichen Einbussen wie beispielweise durch höhere Zölle stehen? Der Debattierpark greift diese Fragen auf und lädt zu einer offenen Diskussion über die Rolle Liechtensteins in einer sich wandelnden Welt ein.
Nach einem Inputreferat diskutieren die Gäste auf dem Podium im Plenum über ihre unterschiedlichen Standpunkte.
Inputreferat
Georges Baur, Forschungsbeauftragter Recht und Ko-Direktor am Liechtenstein-Institut
Podium
Yannick Ritter (Junge VU)
Tuana Türkyilmaz (Junge FL)
Nico Büchel (Junge FBP)
Ivo Zuberbühler (GIL/Wirtschaftskammer)
Moderation
Helmut Konrad
Weitere Informationen und Anmeldung
Brennpunkt Demokratie im «Debattierpark»
Eine Veranstaltung der Erwachsenenbildung Stein Egerta