Das Klimagutachten des IGH und die Kleinstaaten

Vortragsreihe:
Internationale Gerichte und Kleinstaaten
Datum:
16. Dezember 2026, 18:30 - 20:00
Ort:
Liechtenstein-Institut
St. Luziweg 2
Auf dem Kirchhügel
LI 9487 Gamprin-Bendern

Zum Vortrag
Der Vortrag beruht auf einer umfassenden, quantitativen Untersuchung des Verfahren des Internationalen Gerichtshofs (IGH) der Jahre 2024/2025 zur Erteilung eines Klimagutachtens. Das Verfahren war das umfangreichste Gerichtsverfahren in der Geschichte des Völkerrechts. Dank der Unterstützung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten konnten die Eingaben sämtlicher Teilnehmenden (ca. 10’000 Seiten reine Rechtsargumente, d.h. ohne Anhänge etc.) auf 33 Fragen hin quantitativ analysiert werden. Daraus ergab sich ein nuanciertes Bild der Positionen, z.B. zum Gewohnheitsrecht, und ein differenziertes Gegenlicht zum Gutachten des IGH. Der Vortrag gibt kurz die wichtigsten Rulings des IGH-Klimagutachtens wieder, analysiert diese im Lichte der quantitativen Untersuchung und beleuchtet insbesondere die relative Position der Kleinstaaten.
 

Der Referent
Professor Dr. Thomas Burri, LLM, ist seit 2011 Professor an der Universität St. Gallen und ab August 2026 Inhaber des dortigen Lehrstuhls für Völkerrecht und Europarecht. In den letzten Jahren hat er zur Entkolonialisierung, zu den Menschenrechten, der technologischen Entwicklung (autonome Roboter, intelligente Algorithmen) sowie der Nachhaltigkeit geforscht. Seine praxisorientierte Forschung erfolgt oft im Verbund mit anderen Sozialwissenschaften – etwa der Verhaltensökonomie, strategischen Management-Lehre, experimentellen Philosophie, oder der Computerwissenschaft des maschinellen Lernens – und ist daher sowohl methodisch wie inhaltlich interdisziplinär geprägt. Zurzeit schreibt er ein Buch, das den Arbeitstitel «Phenomenal International Law» trägt.
 

Zur Vortragsreihe
Die Vortragsreihe beleuchtet die Rolle von Kleinstaaten wie Liechtenstein oder der Schweiz vor internationalen Gerichten. Im Fokus stehen dabei bahnbrechende Urteile wie der Fall «Nottebohm» (1955), die vergessene Geschichte internationaler Strafgerichtshöfe sowie eines der wohl bedeutendsten völkerrechtlichen Verfahren der Geschichte – das Klimagutachten des Internationalen Gerichtshofs 2025. Die Referate zeigen auf, wie Kleinstaaten trotz begrenzter Ressourcen internationale Justiz prägen und welche Strategien sie nutzen, um in multilateralen Systemen Gehör zu finden. Dabei werden historische Tiefenanalysen mit aktuellen Debatten verbunden, um die Positionierung von Kleinstaaten in globalen Rechtsfragen von Menschenrechten bis zum Klimaschutz zu beleuchten.

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Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei. Im Anschluss sind die Anwesenden zu einem kleinen Apéro eingeladen.