Kellergespräche: Zwei Forschende – drei Meinungen?

Vortragsreihe:
40 Jahre Liechtenstein-Institut 2026
Datum:
14. September 2026, 19:00 - 20:00
Ort:
Liechtenstein-Institut
St. Luziweg 2
Auf dem Kirchhügel
LI 9487 Gamprin-Bendern

Die «Kellergespräche» am Liechtenstein-Institut

Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des Liechtenstein-Instituts laden wir Sie ein, einen Blick hinter die Kulissen der Forschung zu werfen. Im lockeren Gespräch geben Forschende des Liechtenstein-Instituts Einblick in ihren Arbeitsalltag. Wie funktioniert Forschung überhaupt? Was finden die Forscherinnen und Forscher spannend am Forschungsgegenstand Liechtenstein? Was treibt unsere Forschenden an, was beschäftigt sie? Wie haben sie zu ihrem Fach gefunden? 

Eine Veranstaltungsreihe über Forschung, Neugier und Liechtenstein – ganz ohne PowerPoint, Balkendiagramm und Fussnoten.

 

Heute im Gespräch

  • Patricia Schiess, Juristin am Liechtenstein-Institut
  • Cyrus Beck, Jurist am Liechtenstein-Institut
  • Moderation: Donath Oehri


Wie forschen RechtswissenschafterInnen? Und was sind die Aufgaben der JuristInnen am Liechtenstein-Institut? 

Juristinnen und Juristen arbeiten mit und an der Sprache. Wenn sie abklären, was alles unter die Definition von «Abfall» fällt, eine Gesetzesänderung auf ihre Übereinstimmung mit dem EWR-Recht prüfen oder einen Vorschlag für ein zeitgemässes Parlamentsrecht machen, so haben sie nichts anderes als Texte in der Hand: die Verfassung, Gesetzestexte aus dem In- und Ausland, völkerrechtliche Verträge, Protokolle von Parlamentssitzungen, Urteile, wissenschaftliche Aufsätze von anderen JuristInnen oder Gutachten aus anderen Fachdisziplinen und Stellungnahmen von Verbänden. Experimente können und müssen sie keine durchführen

Rechtswissenschaft lebt vom Argumentieren innerhalb der Fachgemeinschaft. Alle fremden Gedanken, mit denen ein Jurist oder eine Juristin arbeitet, müssen offengelegt werden, im Text selbst oder in den Fussnoten. So können die Leserinnen und Leser selbst nachprüfen, ob sie die zitierten Urteile und Literaturstellen auch so interpretieren. Und wenn ein Text veröffentlicht ist, geht das Streiten erst so richtig los. Niemand hat das letzte Wort, es gibt kein Richtig oder Falsch, sondern nur das bessere Argument. 

Die Rechtswissenschaft ist eine sehr alte Wissenschaft. Stimmt das alles noch im Zeitalter von KI? Es genügt, eine Frage einzutippen – aber wo kommt die Antwort her, die von ChatGPT ausgespuckt wird? Aus dem Gesetz oder von uns Forscherinnen und Forschern, die in mühsamer Kleinarbeit Urteile zusammengetragen und ausgewertet haben, die Protokolle von stundenlangen Landtagssitzungen durchgesehen haben, nach einschlägigen Fachartikeln gesucht und die Pro- und Contra-Argumente immer wieder gegeneinander abgewogen haben. Es sind die Menschen, welche das Recht und die Fakten auf internationaler Ebene in Beziehung setzen zu dem, was in Liechtenstein geschieht.

Am heutigen Kellergespräch mit Patricia Schiess und Cyrus Beck wird debattiert, abgewogen, sich widersprochen und argumentiert. Auch hier gilt: Niemand hat das letzte Wort, es gibt kein Richtig oder Falsch, eben nur das bessere Argument zählt!
 

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Moderiert wird die Gesprächsreihe von Donath Oehri.  Als Gemeindevorsteher leitete er die Gemeinde Gamprin-Bendern über 24 Jahre lang, von 1995 bis 2019. In dieser Funktion hatte er stets einen direkten Bezug zum Liechtenstein-Institut: Bei der Renovation des heutigen Institutsgebäudes war er als Vorsitzender der damaligen Baukommission an vorderster Front tätig und hielt anlässlich der Eröffnungsfeier dieses Gebäudes im Jahr 1997 die Festansprache.
In den 15 Jahren als Lehrer (1980 bis 1995) und der anschliessenden Zeit im Amt des Vorstehers waren stets seine Fähigkeiten als Generalist gefragt. Diese Attribute bringt er nun auch als Moderator bei unserem Forum «Kellergespräche» mit ein, wenn er unseren Wissenschaftlern und Forschern völlig unbefangen, aber gerne auch mal provokativ und mit unerwarteten Fragen völlig «unwissenschaftlich» auf den Zahn fühlen wird.
 

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Kellerbar
Im Anschluss offerieren wir Ihnen gerne einen Apéro an unserer speziell zum Jubiläum eingerichteten Kellerbar.
 

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf Sie!