Lie-Barometer 2026: Detaillierte Ergebnisse der Umfrage liegen vor
Im aktuellen Lie-Barometer beurteilen die Befragten sowohl die allgemeine Situation im Land als auch die persönliche Lebenslage, die wirtschaftliche Entwicklung und die finanzielle Situation des eigenen Haushalts mehrheitlich positiv. Die durchschnittliche Zufriedenheit mit dem eigenen Leben und dem Funktionieren der Demokratie sind hoch und das Vertrauen in die Institutionen gross. Als drängendste Probleme Liechtensteins werden an erster Stelle die Gesundheitskosten und der Verkehr wahrgenommen. Potenzielle Gefahren für das Land sehen die Befragten weniger in klassischen Sicherheitsbedrohungen wie Terrorismus oder militärischen Angriffen, sondern eher in den Bereichen digitale Bedrohungen, gesellschaftliche Polarisierung und Vertrauensverlust in Politik und Behörden.
Auch die aktuelle Ausgabe des Lie-Barometers widmet sich einem Fokusthema, das in der gesellschaftlichen Debatte in Liechtenstein präsent ist. Beim diesjährigen Fokusthema Schwangerschaftsabbruch handelt es sich um ein vielschichtiges Thema, das verschiedene gesellschaftliche und politische Ebenen umfasst. Der Lie-Barometer untersucht deshalb, welche grundlegenden Einstellungen die Liechtensteiner Stimmberechtigten zu verschiedenen Aspekten des Schwangerschaftsabbruchs vertreten und wie diese Einstellungen ausgeprägt sind. Die Umfrage ist nicht als Prognose für eine allfällige Abstimmung zu verstehen und bezieht sich nicht auf eine konkrete Abstimmungsvorlage.
Jeweils etwa ein Drittel der Befragten vertritt die Grundhaltung, dass Schwangerschaftsabbrüche in allen oder den meisten Fällen erlaubt sein sollten, wobei es breite Zustimmung zu einer verpflichtenden Beratung und einer zeitlichen Begrenzung gibt. Zudem spricht sich eine Mehrheit dafür aus, dass zulässige Schwangerschaftsabbrüche in Liechtenstein durchgeführt werden können. Die differenzierten Einstellungen der Liechtensteiner:innen zeigen sich auch bei den einzelnen Indikationen. Während beispielsweise die Zulässigkeit eines Schwangerschaftsabbruchs aus medizinischen Gründen auf Zustimmung stösst, werden nichtmedizinische Gründe uneinheitlich beurteilt.
Mehrheiten der Befragten sind der Meinung, dass das Volk bei wichtigen Sachfragen das letzte Wort haben sollte und dass bei politischen Grundsatzfragen auch dann Volksabstimmungen durchgeführt werden sollten, wenn sich ein Konflikt zwischen Institutionen abzeichnet. Gleichzeitig ist eine Mehrheit aber auch der Ansicht, dass politische Lösungen gefunden werden sollten, die Konflikte zwischen den Institutionen vermeiden.







