Hohe Sensitivität trifft auf erprobte Resilienz
Liechtensteins Volkswirtschaft ist aussergewöhnlich erfolgreich: Sie weist das weltweit höchste Bruttonationaleinkommen pro Kopf, tiefe Arbeitslosigkeit, hohe Lebenszufriedenheit und solide öffentliche Finanzen auf. Diese Stärke basiert auf einer innovativen, exportorientierten Industrie, einem international vernetzten Finanzsektor, liberalen Rahmenbedingungen sowie einer engen wirtschaftlichen Integration, etwa durch den EWR. Gleichzeitig ist die Wirtschaft aufgrund ihrer Offenheit, der Spezialisierung auf Investitionsgüter und der starken Finanzbranche besonders anfällig für globale Konjunkturschwankungen und reagiert schneller und stärker auf internationale Schocks als grössere Vergleichsländer.
Aktuelle geopolitische Fragmentierung und wirtschaftspolitische Unsicherheit akzentuieren diese Sensitivität. Entsprechende Schocks beeinträchtigen das reale Bruttoinlandsprodukt Liechtensteins wesentlich stärker und länger als in den umliegenden Ländern. Dennoch erweist sich die heimische Wirtschaft bislang als bemerkenswert resilient, dank Erfahrung im Umgang mit externen Schocks und Nischenspezialisierung sowie solider Kapitalisierung. Entscheidend für die Zukunft ist, diese Resilienz als fortlaufenden Prozess zu verstehen und durch Innovationsförderung, ausreichende finanzielle Puffer sowie eine vorausschauende Wirtschafts- und Standortpolitik aktiv weiterzuentwickeln.







