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Erinnerung an die Gründung des Liechtenstein-Instituts vor 40 Jahren

19 Aug 2026 - 40 Jahre Liechtenstein-Institut 2026
Am Staatsfeiertag vor 40 Jahren war im Kapitelsaal des Pfarrhauses in Bendern der Verein «Liechtenstein-Institut» gegründet worden. Mit einer Feier zu Ehren der noch lebenden Gründer und Gründerinnen erinnerte das Liechtenstein-Institut am Montag an seine Anfänge.

Ein gutes Dutzend der Männer und Frauen, die 1986 auf Initiative von Alt-Regierungschef Gerard Batliner und der Liechtensteinischen Akademischen Gesellschaft LAG mit der Vereinsgründung den Grundstein für das Liechtenstein-Institut gelegt hatten, traf sich am Montag, den 17. August 2026, wiederum im Kapitelsaal in Bendern. Sie folgten der Einladung des heutigen (bereits damals gewählten) Vereinspräsidenten Guido Meier und des aktuellen Direktors des Liechtenstein-Instituts, Georges Baur. Zusammen mit den Forschenden, den Mitarbeiterinnen der Administration, der Bibliothekarin und Vertretern des Vereinsvorstandes und des Wissenschaftlichen Rates erinnerten sie sich an die ersten Schritte dieser Forschungsinstitution und gedachten ihrer verstorbenen Weggefährten. Die Damen und Herren nutzten die Gelegenheit auch dazu, sich aus erster Hand bei den jetzigen Mitarbeitenden des Instituts über ihre Forschung zu informieren.

Vier Forschungsbeauftragte machten den Anfang
1986 startete der Betrieb des Liechtenstein-Instituts mit vier Forschenden. Heute sind es über ein Dutzend. Gleich geblieben sind die vier Fachbereiche: Geschichte, Politik, Recht und Volkswirtschaft. Diese Disziplinen sind für jeden Staat – unabhängig von seiner Grösse – wichtig für sein Selbstverständnis. Oder wie es Vereinspräsident Guido Meier an der Jubiläumsfeier sagte: «Unsere Frage wird stets bleiben: Was ist wichtig für Liechtenstein zu erforschen und zu verstehen, um erfolgreich in die Zukunft zu gehen.»

In den 1980er-Jahren gab es noch keine Hochschule und keine wissenschaftliche Bibliothek im Land. Von der Schriftenreihe «Liechtenstein Politische Schriften (LPS)» waren erst wenige Bände erschienen. Fachliteratur über Liechtenstein war selten und in Liechtenstein selbst oft nicht zugänglich. Mit der Gründung des Liechtenstein-Instituts, das zuerst im Schwibboga und dann im alten Pfarrstall auf dem Kirchhügel in Bendern eine Heimat fand, wurde ein Ort geschaffen, an dem die interessierte Öffentlichkeit an Vorträgen ihre Kenntnisse vertiefen und sich austauschen konnte. Überdies erhielt Liechtenstein über die Landesgrenzen hinaus mehr Sichtbarkeit durch Publikationen und durch die Möglichkeit für Forschende, Medienschaffende, Mitglieder diplomatischer Dienste etc., sich fundiert über Liechtenstein zu informieren.

«Freude, Dankbarkeit und Demut»
Vereinspräsident Guido Meier ordnete seine Ausführungen in der Ansprache zum Jubiläum den Begriffen Freude, Dankbarkeit und Demut zu. Er bezog sie auf die erfreuliche Entwicklung des Liechtenstein-Instituts, auf die Dankbarkeit gegenüber der Gründergeneration, die ein tragfähiges Konzept entworfen und das Institut tatkräftig unterstützt hatte, und auf die Fügungen, die es braucht, damit eine Vision umgesetzt und weiterentwickelt werden kann. Demut braucht es aber auch in der täglichen Forschungsarbeit, insbesondere wenn Resultate auf sich warten lassen oder wenn sich bei der vertieften Recherche anfängliche Annahmen als nicht korrekt erweisen.

Wie an der Jubiläumsfeier von mehreren Teilnehmern hervorgehoben wurde, war es Gerard Batliner und den Mitgründern ein Anliegen, die ersten Jahre der jungen Institution aus privaten Mitteln zu bestreiten. Auch wenn nun das Liechtenstein-Institut seit vielen Jahren einen Staatsbeitrag erhält, wird ein wesentlicher Teil seines Finanzbedarfs durch Zuwendungen von privater Seite und durch Gelder aus Forschungsförderung gedeckt.

Die Standortfrage
Wo das Institut seinen Standort finden würde, lag bei der Gründung noch in der Schwebe. Dass es nach Bendern kam, war dem damaligen Vorsteher von Gamprin, Lorenz Hasler, zu verdanken. Die Gemeinde hatte das Grundstück mit dem renovationsbedürftigen Pfarrstall erworben. Lorenz Hasler konnte sich eine der Forschung gewidmete Institution in dessen Räumlichkeiten vorstellen. Bis zum Einzug der Forscherinnen und Forscher Ende 1997 bedurfte es eines Architekturwettbewerbs und einer Gemeindeabstimmung.

Gibt es zu Liechtenstein genug zu forschen? 
Ein Schmunzeln ging durch den Saal, als Vereinspräsident Guido Meier am Montag sagte, Gerard Batliner habe ihn beim zwanzigjährigen Bestehen des Liechtenstein-Instituts besorgt gefragt, ob es denn noch genügend zu Liechtenstein zu erforschen gebe. Die an der Feier anwesenden aktuellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten bestätigen, dass ihnen die Arbeit nicht ausgehen wird. Dies hängt nicht nur damit zusammen, dass sich wegen der internationalen Entwicklungen immer wieder neue Fragen stellen. Vielmehr erklärt es sich auch damit, dass die jetzigen Forscherinnen und Forscher stärker vernetzt sind als die erste Generation. Damit geht einher, dass sie Fragestellungen zu Liechtensteins Geschichte, Wirtschaft und Recht und zu den politischen Entwicklungen besser in den länderübergreifenden Diskurs einbringen können und die Expertise des Liechtenstein-Instituts auch an Tagungen im Ausland gefragt ist.

Zu Dank verpflichtet
Das Liechtenstein-Institut bedankt sich bei allen Personen, die im Laufe seiner vierzigjährigen Geschichte darum besorgt waren, dass das Institut über eine solide finanzielle Grundlage verfügt und seine Forschungsergebnisse im Land und darüber hinaus zur Kenntnis genommen werden können. Es dankt überdies Pfarrer Adriano Burali dafür, dass die Tische und Stühle im Kapitelsaal des Pfarrhauses für die Jubiläumsfeier so hergerichtet werden konnten wie vor vierzig Jahren. Der Vergleich mit der auf den Fotos festgehaltenen Gründungsversammlung des Liechtenstein-Instituts vor 40 Jahren wurde dadurch noch greifbarer.

Neues Veranstaltungsformat
Als Innovation im Jubiläumsjahr startet am 14. September das neue Veranstaltungsformat «Kellergespräche». Am 23. Oktober 2026 findet eine öffentliche Feier im Gampriner Gemeindesaal statt.

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Gruppenbild der Gründerinnen und Gründer des Liechtenstein-Instituts: vorne (v.l.n.r.) Herbert Wille, Georg Malin, Hildegard Kaufmann; hinten (v.l.n.r.) Guido Wolfinger (für den Historischen Verein), Paul Vogt, Rony Frick, Hubert Büchel, Guido Meier, Wilfried Marxer (für die Liechtensteinische Akademische Gesellschaft), Sigi Scherrer, Helmut Oehri, Josef Biedermann, Otto Kaufmann.