Schiess, Patricia (2026): The Right to vote and the quest for the optimal electoral system in Liechtenstein. Percorsi Costituzionali 2.2025: Microstati e Stato costituzionale, S. 395–418.

Publication Year:
2026

Abstract
This article explains Liechtenstein’s electoral system – based on proportional representation and an electoral threshold. A popular initiative for a new apportionment procedure is also examined. The legislator often bases changes to existing law on foreign regulations. But the rationales it gives for deviating from foreign law are telling: (i) the large number of Liechtensteiners living abroad justifies denying them the right to vote; (ii) foreigners will not be granted voting rights as they represent a high percentage of the population.

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Seit 1939 gilt für die Wahl des liechtensteinischen Parlaments das Verhältniswahlrecht. Gewählt wird wie bereits zuvor in zwei Wahlkreisen (Oberland und Unterland). Wahlberechtigt sind einzig die im Land wohnhaften liechtensteinischen Staatsangehörigen.
Der liechtensteinische Gesetzgeber stützt (und stützte) sich bei der Weiterentwicklung des Wahlrechts häufig auf ausländische Regelungen, insbesondere auf solche aus der Schweiz (wie bei der Briefwahl und im Falle des seit dem Herbst 2023 diskutierten doppeltproportionalen Zuteilungsverfahren «Doppelter Pukelsheim») und aus Österreich. 
Interessant sind die Gründe, die angeführt werden, wenn eine andere Regelung getroffen wird als in den Nachbarstaaten. So wurde die Ablehnung des Wahlrechts für im Ausland wohnhafte Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner 2016 vom Landtag mit deren grosser Zahl begründet. Für die Ablehnung des Ausländerwahlrechts wird der im Vergleich zu anderen europäischen Staaten tatsächlich hohe Anteil an ausländischen Einwohnerinnen und Einwohnern Liechtensteins genannt. 
Anhand dieser und anderer Beispiele und dem Vergleich mit anderen Kleinstaaten wird in diesem Beitrag untersucht, ob die Ausgestaltung des liechtensteinischen Wahlrechts (auch) mit der Grösse des Staates erklärt werden kann.

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L’articolo analizza il sistema elettorale del Liechtenstein, fondato sulla rappresentanza proporzionale e sull’applicazione di una soglia elettorale, soffermandosi inoltre su un’iniziativa popolare volta a introdurre un nuovo metodo di ripartizione dei seggi. Lo studio evidenzia come il legislatore liechtensteinese faccia frequente riferimento a modelli normativi stranieri nei processi di riforma elettorale. Particolare attenzione è dedicata alle motivazioni addotte per derogare a tali modelli, tra cui l’elevata presenza di cittadini residenti all’estero, utilizzata per giustificare l’esclusione del diritto di voto, e l’alta incidenza della popolazione straniera, richiamata per negare l’estensione del suffragio ai non cittadini.