Frick, Karin; Rochat, Philippe; Milic, Thomas (2026): Kulturverhalten in Liechtenstein. Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Regierung. Gamprin-Bendern: Liechtenstein-Institut.

Publication Year:
2026

Die Studie untersucht das Kulturverhalten der Bevölkerung in Liechtenstein und liefert eine empirische Grundlage zur Nutzung, Bewertung und Weiterentwicklung des kulturellen Angebots. Die Untersuchung basiert auf einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage, die vom 12. November 2025 bis zum 6. Januar 2026 durchgeführt wurde. 

Kunst und Kultur spielen für einen grossen Teil der Bevölkerung eine relevante Rolle, wenn auch mit variierender Intensität. Die Auswertung zeigt, dass ein erheblicher Anteil der Befragten bisweilen einzelnen kulturellen Aspekten eine hohe persönliche Bedeutung zuschreibt, Kunst und Kultur im Allgemeinen jedoch etwas zurückhaltender bewertet.

Am häufigsten werden Museen und Ausstellungen besucht: Rund sechs von zehn Personen haben in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal ein entsprechendes Angebot genutzt. Nahezu ebenso verbreitet sind Volkskulturveranstaltungen, wobei sich die jeweiligen Publika nur leicht voneinander unterscheiden und keine klar getrennten kulturellen Milieus erkennbar sind.
Eine vergleichsweise hohe Besuchsintensität weist das Kino auf. Auch Konzerte sowie Theater erreichen grosse Teile der Bevölkerung, während klassische Konzerte, Vorträge oder Kabarett deutlich seltener besucht werden.

Die Nutzung von Kulturangeboten ist indessen ungleich verteilt: Neun Prozent der Befragten haben in den letzten zwölf Monaten keines der abgefragten Liechtensteiner Angebote besucht. Demgegenüber steht eine breite Mitte mit gelegentlicher bis regelmässiger Nutzung (73 %), ergänzt durch 17 Prozent besonders kulturaktiver Personen, die die ganze Palette an Kulturangeboten im Land nutzen.

Die zentrale Herausforderung liegt damit weniger in der Nutzung insgesamt als in der Ansprache jener vergleichsweise kleinen Gruppe, die kulturelle Angebote bislang kaum wahrnimmt und überdies oftmals auch kein Interesse daran zeigt.