Von Guatemala bis Triesenberg. Liechtenstein und die internationalen Gerichte

Lecture Series:
Internationale Gerichte und Kleinstaaten
Date:
2 December 2026, 18:30 - 20:00
Location:
Liechtenstein-Institut
St. Luziweg 2
Auf dem Kirchhügel
LI 9487 Gamprin-Bendern

Zum Vortrag
Der Vortrag beleuchtet sowohl Prozesse Liechtensteins vor internationalen Gerichten wie dem Internationalen Gerichtshof (IGH) oder dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als auch das Verhältnis liechtensteinischer Institutionen zu diesen Einrichtungen.

Der Nottebohm-Fall, den Liechtenstein gegen Guatemala vor dem IGH ausfocht und mit Urteil vom 6. April 1955 verlor, findet sich in jedem Lehrbuch des Völkerrechts. Er war für die Anerkennung der Souveränität des Landes trotz der formalen Niederlage nicht unwichtig. Während der IGH von Liechtenstein angerufen wurde, wird der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte gegen Entscheidungen liechtensteinischer Behörden angerufen. Liechtenstein betreffende Entscheidungen haben schon mehrfach für Aufsehen gesorgt.

Darüber hinaus wird der Vortrag aber auch untersuchen, wie der Kleinstaat in Dialog mit den internationalen Gerichten treten kann und welche Praxis in der Besetzung von Positionen in diesen Gerichten besteht.

Der Referent
Peter Bußjäger ist Universitätsprofessor an der Universität Innsbruck. Er leitet in Innsbruck außerdem das Institut für Föderalismus und ist Richter am Staatsgerichtshof des Fürstentums Liechtenstein. Er vertritt Liechtenstein auch in der Venedig-Kommission des Europarates. Von 2013 bis 2018 war er Forschungsbeauftragter im Fachbereich Recht am Liechtenstein-Institut. 

Zur Vortragsreihe
Die Vortragsreihe beleuchtet die Rolle von Kleinstaaten wie Liechtenstein oder der Schweiz vor internationalen Gerichten. Im Fokus stehen dabei bahnbrechende Urteile wie der Nottebohm-Fall (1955), die vergessene Geschichte internationaler Strafgerichtshöfe sowie eines der wohl bedeutendsten völkerrechtlichen Verfahren der Geschichte – das Klimagutachten des Internationalen Gerichtshofs 2025. Die Referate zeigen auf, wie Kleinstaaten trotz begrenzter Ressourcen internationale Justiz prägen und welche Strategien sie nutzen, um in multilateralen Systemen Gehör zu finden. Dabei werden historische Tiefenanalysen mit aktuellen Debatten verbunden, um die Positionierung von Kleinstaaten in globalen Rechtsfragen von Menschenrechten bis zum Klimaschutz zu beleuchten.

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Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei. Im Anschluss sind die Anwesenden zu einem kleinen Apéro eingeladen.