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Brunhart, Andreas; Dumieński, Zbigniew (2015): Economic Development and Land Issues in Liechtenstein: Historical Dynamics, Current Challenges and Suggested Fiscal Remedies. Bendern (Arbeitspapiere Liechtenstein-Institut, 49).

Erscheinungsjahr:
2015
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Abstract
Trotz seiner Kleinheit und dem Mangel an exportierbaren natürlichen Ressourcen hat sich Liechtenstein im letzten Jahrhundert zu einer der wohlhabendsten Nationen (pro Kopf) der Welt entwickelt. Das steile Wirtschaftswachstum ging einher mit einem starken landesweiten Anstieg der Bodenpreise. Entgegen den Erfahrungen in grösseren Volkswirtschaften waren die sozioökonomischen Effekte der ansteigenden Bodenpreise in Liechtenstein bis anhin relativ gering. Das vorliegende Papier untersucht die Schlüsselfaktoren hinter Liechtensteins ökonomischem Erfolg und geht vor allem auf die kleinheitsspezifischen Vorteile für seine Aussenpolitik, inländische Institutionen und private Unternehmen ein. Zudem wird dargelegt, wie Liechtensteins geographische Lage, vorteilhafte Übereinkommen mit Nachbarstaaten, die Art und Geschwindigkeit des Wachstums, sowie verschiedene gesetzliche Faktoren dazu beigetragen haben, die negativen auf Boden bezogenen sozioökonomischen Effekte zu mildern. Dabei wird im Beitrag argumentiert, dass sich die Stimmen und Anzeichen mehren, dass die eben genannten Elemente immer unzureichender werden, um nichtnachhaltiger Zersiedelung, Entwertung der Umwelt, langfristig limitierten räumlichen Voraussetzungen für Wirtschaftstätigkeit, sinkender Erschwinglichkeit von Wohnraum und stärker werdender Ungleichheit entgegenzuwirken. Die Autoren schlagen als Abhilfe dieser Probleme eine Steuerreform vor (vor allem die Einführung einer Bodenwertsteuer), welche dazu beiträgt, einen Teil der Steuerbelastung von Arbeit und Unternehmertum auf die Bodenwerte von unbebautem Land zu übertragen, welche sich ja in erster Linie durch öffentliche Investitionen und Anstrengungen der Allgemeinheit ergeben.


Despite its miniscule size and lack of exportable natural resources, in the course of the last century Liechtenstein has become one of the wealthiest countries (per capita) in the world. The rapid growth has resulted in a very significant increase in land values throughout the Principality. However, contrary to the experience of many larger economies, the socioeconomic effects of the increasing land values in Liechtenstein have so far been relatively benign. This paper explores some of the key reasons behind the country’s economic success, highlighting in particular the advantages of Liechtenstein’s size for its foreign policy, domestic institutions and private enterprises. It also demonstrates that Liechtenstein’s geographical location, favourable agreements with neighbours, type and pace of growth, as well as various elements of legislation have all helped to mitigate the development of landrelated socioeconomic issues. There has been a growing realization that these factors might be insufficient in preventing unsustainable urban sprawl, environmental degradation, decreasing economic opportunities, worsening housing affordability and increasing inequalities. As a potential remedy to these problems, the authors suggest a reform aimed at shifting at least some of the fiscal burdens from labour and businesses to the unimproved land values that are created by public investments and community’s efforts.

Forschungsbereiche
» Kleinstaatenökonomie
» Öffentliche Finanzen
» Regionalökonomik, Regionale Kooperation, Öffentliche Aufgabenerfüllung
» Umwelt- und Ressourcenökonomie
» Wirtschaftsgeschichte